Bischöfe im Oldenburger Land pilgern zum Abschied gemeinsam

Gleich zwei Bischöfe sind am Dienstag, 7. Juni, durch die Wesermarsch gepilgert. Der Bischof der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Oldenburg, Jan Janssen, und der katholische Weihbischof Heinrich Timmerevers aus Vechta hatten sich zu einer Abschiedstour verabredet.

„Die Idee entstand am ersten Advent, als wir zusammen das neue Kirchenjahr eröffnet haben“

Damals sei noch überhaupt nicht absehbar gewesen, dass ihn der Papst zum neuen Bischof von Dresden-Meißen ernennen werde. Timmerevers wird dort am 27. August in sein neues Amt eingeführt.

Janssen betonte das „gute ökumenische Miteinander“ der beiden Bischöfe. Erst im Februar hatten die beiden Theologen das 50-jährige Bestehen des bundesweit ältesten ökumenischen Gesprächs auf Kirchenleitungsebene gefeiert. Das die beiden befreundeten Theologen nun noch gemeinsam ein Stück des ökumenischen Pilgerwegs „Ochtum, Marsch und Moor“ laufen konnten, sei fast schon eine „Krönung“ der Oldenburger Ökumene, sagte Janssen.

Der Pilgerweg verbindet über rund 65 Kilometer die evangelischen Kirchengemeinden Hasbergen, Schönemoor, Altenesch und Bardewisch, die Gemeinden Rablinghausen und Huchting aus der Bremischen Evangelischen Kirche sowie die katholischen Gemeinden Stenum und Lemwerder. 

Die Territorien der evangelischen Kirche und des katholischen Offizialatsbezirks Vechta im Oldenburger Land sind deckungsgleich und umfassen das alte Großherzogtum Oldenburg. Zur evangelischen Kirche zählen 116 Gemeinden mit rund 429.000 Mitgliedern. Zum Offizialatsbezirk gehören 41 Pfarreien mit rund 265.000 Katholiken.

Ein Beitrag von Jörg Nielsen, Evangelischer Pressedienst Niedersachsen Bremen

Es ist ein schmaler Weg am Deich entlang, den Bischof Jan Janssen und Heinrich Timmerevers gemeinsam gingen. Die beiden Bischöfe pilgerten zusammen durch die Wesermarsch und führten dabei intensive Gespräche. Der Start der Pilgertour war an der St. Gallus-Kirche Altenesch. Zusammen gingen Timmerevers und Janssen von dort etwa sechs Kilometer des ökumenischen Pilgerwegs „Ochtum, Marsch und Moor“..

Und irgendwie war dieser gemeinsame Gang auch eine Abschiedstour. „Die Idee gemeinsam zu pilgern entstand am ersten Advent, als wir zusammen das neue Kirchenjahr in Hasbergen eröffnet haben“, sagte Timmerevers. Damals hörte er von dem Pilgerweg, der auch durch Hasbergen führt, und wurde neugierig.

„Diesen Teil der Wesermarsch kenne ich nicht sehr gut“

Noch nicht absehbar war damals, dass ihn der Papst zum neuen Bischof von Dresden-Meißen ernennen werde. Timmerevers wird dort am 27. August in sein neues Amt eingeführt.

Janssen betonte das „gute ökumenische Miteinander“ der beiden Bischöfe. Erst im Februar hatten die beiden Theologen das 50-jährige Bestehen des bundesweit ältesten ökumenischen Gesprächs auf Kirchenleitungsebene gefeiert. Dass die beiden befreundeten Bischöfe nun noch gemeinsam ein Stück des ökumenischen Pilgerwegs laufen konnten, sei fast schon eine „Krönung“ der Oldenburger Ökumene, so Janssen.

Auf ihrem Weg bot sich den beiden Theologen ein Einblick in die Wesermarsch. Sie sahen kleine Bauerndörfer aber auch Lemwerder mit seinen urbaneren Seiten. Begleitet wurden sie dabei von Mitgliedern der Kirchengemeinden entlang des Pilgerweges und Vertretern der Kirchenleitung. Auch Synodenpräsidentin Sabine Blütchen und Prälat Peter Kossen pilgerten mit durch die Wesermarsch. Dabei blieb viel Zeit für den regen ökumenischen Austausch. Einen Teil der Strecke legte die Gruppe aber auch schweigend zurück. „In unserem Alltag ist wenig Zeit für Stille und Schweigen“, sagte Pfarrerin Petra Czeppat, die die Gruppe begleitete. Im Schweigen könne man sich selbst und Gott näher kommen.

Über rund 65 Kilometer führt der komplette Pilgerweg durch die evangelischen Kirchengemeinden Hasbergen, Schönemoor, Altenesch und Bardewisch, die Gemeinden Rablinghausen und Huchting aus der Bremischen Evangelischen Kirche sowie die katholischen Gemeinden Stenum und Lemwerder. Neun Pilgerkreuze sind entlang der Strecke errichtet. An jedem können sich die Pilger einen Stempel für ihren Pilgerpass holen. Auch die beiden Bischöfe taten dies gewissenhaft. „Es ist toll, dass Ehrenamtliche dafür sorgen, dass an den Stationen immer alles für die Pilger bereit ist“, lobte Bischof Janssen das große Engagement der Gemeinden entlang des Pilgerwegs.

Kerstin Kempermann