Benjamin von Minden

Hallo, mein Name ist Benjamin von Minden,

ich bin 35 Jahre alt und seit 15.08.2016 Diakon im Anerkennungsjahr in der Oldenburgischen Kirche. Der Wunsch, einmal Diakon zu werden, stand für mich sehr früh fest, da ich es liebe, mit Menschen zu arbeiten und ihnen zu helfen, sie zu motivieren und mit ihnen gemeinsam schöne Momente zu erleben.

Schon als ich mit 11 Jahren das erste Mal die Teeniegruppe unseres Diakons in meiner Heimatkirchengemeinde Dangastermoor besuchte, hat mich dieses Berufsbild fasziniert: insbesondere, dass Diakone sich für die Jugendlichen, mit denen sie arbeiten, einsetzen und ihnen z. T. sogar Hilfestellung bei persönlichen Problemen bieten. Unser Diakon hatte immer ein offenes Ohr für uns; jeden hat er mit dem gleichen Respekt und der gleichen Anerkennung behandelt. Dies war für mich bis dato außerhalb der Familie nicht immer selbstverständlich.

Stets in der Gemeinde aktiv
Wenn also auch der Berufswunsch schnell klar war, der Weg dorthin war lang und windungsreich. Ziele wie Fachabitur oder Studium lagen für mich seinerzeit im Reich der Utopie. 1998 nach meinem Realschulabschluss besuchte ich erst mal die Höhere Handelsschule. Es folgte eine schulische Ausbildung als Kaufmännischer Assistent in der Fachrichtung Informatik an der BBS 1 in Wilhelmshaven. Während dieser Zeit war ich ehrenamtlich immer in meiner Heimatkirchengemeinde aktiv: So habe ich als „Teamer“ eine Jungschargruppe mit betreut, bei Gemeindeveranstaltungen geholfen, eine Teeniegruppe selbständig geleitet und viele weitere kirchliche Aktionen begleitet.

Manchmal geht man eben Umwege
Nach Abschluss meiner kaufmännischen Ausbildung an der BBS ergab sich dann die Gelegenheit, dort mein Fachabitur zu machen, was ich 2004 abschloss. Nach bestandenem Abi hegte ich noch immer Zweifel, ein Studium erfolgreich abschließen zu können. Daher schob ich noch eine Umschulung zum Sozialversicherungsfachmann ein. Ein Irrweg, den ich im September 2009 korrigierte: mit dem Studium der Religionspädagogik und Sozialarbeit an der Hochschule in Hannover. Ein Entschluss, den ich keinen einzigen Tag bereut habe.

Das Studium hat mich weiter reifen lassen und mir für Vieles die Augen geöffnet. Heute, fast ein Jahr nach erfolgreichem Abschluss meines Studiums, kann ich nur sagen: Der Entschluss zu studieren, war die beste Entscheidung meines Lebens. Mein Lebensweg zeigt, es ist nie zu spät, seiner Berufung zu folgen!

Benjamin von Minden