Die Idee: Wir suchten eine angemessene, hilfreiche, praktische und am besten noch fotogene Alternative für die finanzielle Starthilfe von angehenden Studierenden der Evang. Theologie, die mancherorts als „Begrüßungsgeld“ praktiziert wird. Die Antwort auf die Frage, was Studienanfänger in diesem Fach wirklich brauchen, erwies sich als weniger schwer als die Antwort auf die Frage, in welcher Form wir es ihnen überreichen können.

Zu Studienbeginn, noch dazu an einem anderen Ort − denn in Oldenburg lässt sich zwar prima studieren, aber leider nicht das Fach Evang. Theologie (i.S. eines Vollstudiums), braucht man viel. Und vermutlich kennt jede und jeder Studienanfänger*in das Gefühl, ständig fehle irgendwas: hier ein Topf, da ein Stuhl… So ein Umzug kostet. Aber viel schwerer wiegt: Gerade die ersten Bücher, die zu Beginn eines Studiums Evang. Theologie anzuschaffen sind, kosten. Und kosten nicht selten viel. Es braucht eine hebräische Bibel und ein entsprechendes Wörterbuch. Dann braucht es ein griechisches Neues Testament. Und wieder ein entsprechendes Wörterbuch. Alles recht spezielle Literatur, produziert für einen sehr kleinen Kreis Interessierter und natürlich für die Uni-Bibliotheken. Kurz: Das ist teuer.

Die OLBox start *

Wir rechneten also die grundlegende Literatur, die in den ersten Semestern anzuschaffen ist einmal hoch und kamen dann recht schnell auf rund 450,00 €. Trotz unseres Büchergeldes (immerhin 150,00 € / Studiensemester) noch eine Menge.

Und wir dachten: Was du etwa für deinen Haushalt noch brauchst, wissen wir nicht. Aber dass du den Gesenius brauchst (das ist das Wörterbuch zum hebräischen Alten Testament) − das wissen wir. Und damit bekam die Idee allmählich eine Gestalt: Wir unterstützen dich in der Studieneingangsphase nicht nur durch Büchergeld, einem qualifizierten Hebräisch-Kurs-Angebot vor Studienbeginn, sondern auch, in dem wir dir die grundlegende Literatur fürs Studium schenken: Für deinen guten Start in ein spannendes und aufregendes Studium!

Als der Stapel Literatur zum ersten Mal auf meinem Schreibtisch lag, war klar: Es braucht eine Verpackung. Und das ist bei so einem Gewicht gar nicht so einfach. Viele Ideen wurden verworfen, bis am Ende der Reise-Trolley übrig blieb: Stabil genug für eine Menge Wissen. Und praktisch auf Reisen, was Oldenburgische Theologiestudierende ja des öfteren tun. Und, weil wir pure Fassaden nicht so gerne mögen, kamen dann außen einfach die Bücher drauf, die auch drin sind.

 

An einem Tag im August 2017 trafen die ersten Trolleys der OLBox start ein: chic! In meinem Büro stapelten sich die bereits bestellten Bücher. Es wurde Zeit, etwas Platz zu machen und ich begann, die ersten OLBoxen zu packen. Nur wenige Minuten dauerte es, bis der erste Kollege in der Tür stand, sich Trolleys und Bücher ansah und sagte: „Wieso überreichen wir eigentlich nicht auch unseren angehenden Vikaren*innen eine OLBox?“ Diese und ähnliche Stimmen häuften sich. Und natürlich kamen sie laut von unseren Vikaren*innen selbst.

Die OLBox praxis *

So war die Idee einer OLBox praxis geboren und vergleichsweise schnell umgesetzt: Am Tag der Urkundenübergabe, also zur offiziellen Begrüßung erhalten Vikare*innen der Ev.-Luth. Kirche in Oldenburg nun also auch die OLBox praxis, bestückt mit grundlegender Literatur für ein Einstieg in die kirchliche Berufspraxis.

Ich freue mich, ab und zu davon zu hören, dass die OlBox praxis wohl gute Dienste als Medien- und Materialkoffer bei der Konfirmandenarbeit in der Gemeinde tut: Prima! Und genau so war es gedacht. Wer weiß schon, wer da nicht doch einmal etwas genauer hinsieht und auf die Idee kommt, sich auch für dieses spannende Studium und diesen wunderbaren Beruf zu interessieren?

 
















* Der Inhalt der OLBox start und der OLBox praxis wird durch Gespräche mit Studierenden und Vikaren*innen regelmäßig überprüft und kann sich ändern. Bei Interesse kann die akt. Bestückung bei Hartmut Lübben (Nachwuchsförderung) erfragt werden.