FAQ – Deine Fragen

Muss ich gläubig oder sogar „fromm“ sein, um Evang. Theologie zu studieren?
Vielleicht wird es dich wundern, aber um Evang. Theologie zu studieren, musst du weder „gläubig“ noch „fromm“ sein: Das Studium Evang. Theologie ist eine akademische Geisteswissenschaft, die mit den gleichen wissenschaftlichen Standards und Methoden arbeitet, wie andere Geisteswissenschaften auch. Das Studium ist kein „Glaubenskurs“, es gibt keine geistliche oder spirituelle Eingangsvoraussetzung. Das Studium ist auch keine Berufsausbildung für künftige Pastoren*innen. Die Evang. Theologie hat zum Gegenstand die christliche Glaubensäußerung in der Bibel, in der Geschichte der Kirche und in der Gegenwart. Es geht also um das Verstehen der Glaubensgeschichte und ihrer Zeugnisse. Dazu ist die Theologie ist eng verzahnt mit etlichen sog. „Nachbarwissenschaften“ (wie etwa der Philosophie, der Geschichte, der Judaistik, der Religionsphilosophie, der Archäologie, der Psychologie, der Sprachwissenschaften…) und braucht um der Qualität der Forschung willen wissenschaftlichen Dialogfähigkeit.

Spielt mein Verhältnis zu meiner Kirchengemeinde oder zu Kirche überhaupt eine Rolle für ein Studium Evang. Theologie?
Auch das mag dich wundern: Nein. Natürlich sind eigene Erfahrungen etwa aus dem Konfirmandenunterricht oder der kirchlichen Jugendarbeit wertvoll und eine gute Sache, allemal wenn du mit der beruflichen Perspektive Pfarramt ins Studium gehst. Aber: All das ist keine Voraussetzung! Du wirst auch während des Studiums Gelegenheit haben, solche und ähnliche Erfahrungen nach zu holen: im Rahmen von Praktika, in deiner Hochschulgemeinde oder deiner Kirchengemeinde am Studienort. Angesichts eines künftigen beruflichen kirchlichen Engagements empfiehlt es sich aber vielleicht auch, die Studienzeit für ganz andere Erfahrungen zu nutzen: Konzerte, Ausstellungen, Reisen, Literatur, Kunst und Kultur — all das bietet übrigens oft spannende Wechselwirkungen zu deinem Studium Evang. Theologie!

Gibt es für ein Studium Evang. Theologie einen „numerus clausus“?
Nein. Dein Abitur-Notendurchschnitt spielt für die Aufnahme des Studiums keine Rolle. Manchmal wird von den drei alten Sprachen, die du am Beginn des Studiums erlernen wirst, von dem „geheimen n.c.“ der Theologie gesprochen: Lass dich davon nicht beeindrucken! Sicher: Latinum, Graecum, Hebraicum — das sind allesamt anspruchsvolle Kurse und die Prüfungen haben es auch in sich. Aber: Jede theologische Fakultät bietet dir Möglichkeiten, diese Sprachen zu erlernen und die entsprechende Prüfung abzulegen — gemeinsam mit den anderen Studienanfängern*innen wird auch dir das gelingen. Eine akt. Übersicht über die Sprachkurse an den Fakultäten im Gebiet der EKD findest du hier. Darüberhinaus ermöglicht dir die Ev.-Luth. Kirche in Oldenburg jährlich einen Intensivkurs Hebräisch (einschl. der Möglichkeit, das Hebraicum zu absolvieren). Und: Die Kenntnis dieser Sprachen und die Möglichkeit, etwa biblische Texte im Original zu lesen und zu bearbeiten, wird dich bereichern und dir viele neue Einsichten schenken. Es bleibt also dabei: Kein n.c.!

Welchen Schulabschluss brauche ich für ein Studium Evangelische Theologie?
Zur Aufnahme des Theologiestudiums an einer der Theologischen Fakultäten der Universitäten oder an einer Kirchlichen Hochschule brauchst du die „Allgemeine Hochschulreife“, also das Abitur. Ausnahmeregelungen sind sehr selten und hängen von der Anerkennung durch die jeweilige Fakultät ab. Im Zweifelsfall musst du dazu Kontakt mit deinem „Wunsch-Studienort“ aufnehmen.

Welche Berufsperspektive habe ich mit einem Studium Evang. Theologie?
In der Regel ergreifen Absolvent*innen des Studiums Evang. Theologie den Pfarrberuf. Diese Perspektive ist durch die Personalentwicklung aller Kirchen der EKD derzeit sehr gut und sicher. Das Studium ist allerdings keine „Berufsausbildung“ im engeren Sinn, die ausschließlich diesen Weg ermöglicht: Nicht wenige Theolog*innen orientieren sich während des Studiums (durch Praktika, fächerübergreifende Kontakte an den Universitäten) noch über andere berufliche Möglichkeiten und haben nicht selten gute Chancen im Journalismus, Personalentwicklungsabteilungen in der freien Wirtschaft, bei Medien, in Beratungsstellen usw. Nicht zuletzt eröffnet das Studium immer wieder auch Möglichkeiten für einen universitäre Berufsweg in der wissenschaftlichen Forschung.

Gibt es Altersbeschränkungen beim Studium Evangelische Theologie?
Für das Studium selbst gibt es keine Altersbeschränkungen. Seine Inhalte und Themen sind für Studierende jeden Lebensalters spannend und persönlich bereichernd. Wenn du mit dem Studium das Berufsziel Pfarramt verbindest, gibt es Altersgrenzen bei der Übernahme in den sog. „Probedienst“ nach der 2. Theologischen Prüfung und auch hinsichtlich der Berufung ins Beamtenverhältnis auf Lebenszeit. Grundsätzlich lässt sich sagen, dass ein Studienbeginn bis zu einem Alter von 25 Jahren unproblematisch ist (klar: im Einzelfall hängt das natürlich davon ab, wie lange du studierst!). Solltest du vor Aufnahme des Studium bereits älter sein, empfehlen wir, deinen Berufswunsch mit dem Ausbildungsreferat deiner Landeskirche zu besprechen.

Fördert die Ev.-Luth. Kirche in Oldenburg mein Theologiestudium finanziell?
Ja. Wie andere Kirchen der EKD auch orientiert sich die Ev.-Luth. Kirche in Oldenburg dabei an ihrer „Liste der Theologiestudierenden“, auf die du dich mit einem persönlichen Gespräch im Ausbildungsreferat aufnehmen lassen kannst. Eine Übersicht über die Studienförderungen im Einzelnen findest du hier. Darüber hinaus bietet das Studienwerk Villigst e.V.  Programme zur Begabtenförderung an, für die sich auch Theologiestudierende aufgrund außerordentlicher Schulleistungen bewerben können.

Kann ich auch im Ausland Evang. Theologie studieren?
In der Regel dient ein Studium im Ausland der Horizonterweiterung und der Entwicklung der Persönlichkeit. Das gilt auch für das Theologiestudium im Ausland, zumal sich damit oft auch eindrückliche ökumenische Erfahrungen verbinden. Über die Anerkennung von Studienleistungen im Ausland entscheidet in der Regel die Evangelisch-theologische Fakultät oder Kirchliche Hochschule, an der das Studium in Deutschland nach dem Auslandsaufenthalt fortgesetzt wird. Wenn du auf der „Liste der Theologiestudierenden“ unserer Kirche stehst und deine Pläne mit uns besprichst, fördern wir dein Studium im Ausland.

Wie entscheide ich mich für einen Studienort?
Die theologisch-wissenschaftliche Landschaft ist vielfältig, die inhaltlichen Ausprägungen (Schwerpunkte, Forschungsgebiete usw.) der einzelnen Fakultäten unterschiedlich. Daher empfehlen wir grundsätzlich, die Möglichkeit von Studienortwechseln zu nutzen, um der Vielfalt theologischer Forschung gerecht zu werden. Natürlich entscheidest du das aber selbst, und das gilt auch für den Ort, an dem du dein Studium beginnst. Die Kooperation der Ev.-Luth. Kirche in Oldenburg mit der Evangelisch-Theologischen Fakultät der Georg-August-Universität in Göttingen für die Durchführung der 1. Theologischen Prüfung (Studienabschluss) hat zur Folge, dass „Oldenburger Studierenden“ sich nicht selten für eine letzte Studienphase in Göttingen entscheiden — aber auch das ist nicht notwendig für die Teilnahme an der Prüfung. Für deine Orientierungsphase über Studienorte kannst du unsere Übersicht nutzen oder dich hier beraten lassen.

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