Vikariat: zweieinhalb Jahre Berufspraktikum

Während des Vikariats sammelst du zweieinhalb Jahre Praxiserfahrungen in Schule, Kirchengemeinde und einem von dir gewählten Schwerpunktprojekt. Du schließt diese praktische Ausbildung mit dem Zweiten Theologischen Examen ab.

Aufnahmevoraussetzung ist ein abgeschlossenes Studium der Ev. Theologie: also kirchliches Examen (Erstes Theologisches Examen) oder Diplom- bzw. Magisterabschluss. Deine schriftliche Bewerbung (formlos) richtest du bitte drei Monate vor den Einstellungsterminen – 1. März und 1. September eines jeden Jahres – an:
Pfarrer Torsten Nowak, Referat für Aus-, Fort- und Weiterbildung/Personalentwicklung.

Bewerber*innen, die nicht auf der „Liste der Studierenden in der Ev.-Luth. Kirche in Oldenburg“ stehen, müssen einen Studienabschluss von mindestens 3,0 erzielt haben.

Vikariat 1 – Schule/Religionspädagogik: lehren lernen
Als Pfarrer*in nimmst du religionspädagogische Verantwortung in Schulen und Kirchengemeinde wahr: Du erteilst Religions- und Konfirmandenunterricht. In Kirchengemeinden gibt es weitere religionspädagogische Arbeitsfelder. Dem Erlernen von pädagogischen, didaktischen und methodischen Fertigkeiten gilt daher ein eigener Ausbildungsabschnitt: Er mündet in die „Religionspädagogische Probe“.

Vikariat 2 – Kirchengemeinde: das geistliche Handwerk des Lebens
In der zentralen und längsten Phase des Vikariates erlernst du das geistliche „Kerngeschäft“: das Verkünden des Wortes Gottes, die Sakramente verwalten, Menschen zum Glauben
einzuladen und Gemeinde zu entwickeln.

Einen Schwerpunkt bilden das liturgische Gestalten von Gottesdiensten und das anschauliche, lebensnahe Auslegen von Bibeltexten in Predigten. Bei verschiedenen Amtshandlungen (Taufen, Trauungen und Beerdigungen) führst du sehr persönliche Gespräche und begleitest Menschen in diesen besonderen Lebenssituationen. Du arbeitest mit allen Gruppen der Gemeinde: mit Kindern, Jugendlichen, Erwachsenen und Senioren.

Auch gewinnst du Einblicke in Verwaltung und Geschäftsführung einer Kirchengemeinde.
Schließlich übst du das seelsorgerliche Gespräch für die unterschiedlichsten Situationen des
Lebens. In einem eigenen Ausbildungsabschnitt entwickelst du eine seelsorgliche Grundhaltung, erwirbst theoretische wie praktische Kompetenz, die den Seelsorge-Aspekt in der Verkündigung berücksichtigt.

Predigerseminar: die praktische Lerngemeinschaft
Das Predigerseminar im Kloster Loccum begleitet deine berufspraktische Ausbildung. Dort kommen die Vikar*innen eines Jahrgangs regelmäßig zu mehrwöchigen Kursen zusammen, um ihre Erfahrungen und Erlebnisse in ihren Gemeinden zu reflektieren und durch weitergehende Studien zu vertiefen. Kursthemen sind z. B.: Pastorale Aufgaben und Identität, Seelsorge am anderen Ort, Theologische Horizonte und Verkündigung, Gemeinde und Leitung.

Aktuelle praktisch-theologische und gesellschaftlich-kirchliche Fragen stehen im Vordergrund. Du diskutierst theoretische Themen wie auch methodisches Handeln, erprobst praktische Abläufe und übst die ersten Schritte in der Rolle als Pfarrer*in ein. Die Kompetenz der Gruppe, die gemeinsam lernt und einander kontinuierlich fachkundiges Feedback gibt, macht die Einzigartigkeit dieser Ausbildungsform aus.

Flankiert von Praxiserfahrungen konjugiert das Curriculum des Vikariats die Themen der Praktischen Theologie noch einmal durch. Mit deutlichem Focus auf die Praxis: Gottesdienst und Predigt, Religionspädagogik, Seelsorge, Gemeindeleitung, Öffentlichkeitsarbeit, Kirchenrecht und praktische Übungen wie Sprechtraining usw.

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